Motorola – Moto 360 – Test
Preisleistung 4
Design 5
Verarbeitung/Qualität 4
Nutzen 4

Es hat eine Weile gedauert bis letztendlich die Moto 360 bei uns eingetroffen ist. Doch das Warten hat sich gelohnt. Über die Moto 360 obwohl es die Wenigsten bisher in den Händen halten konnten wurde viel geschrieben, leider oft viel negatives. Ob die negativen Berichte berechtigt waren oder nicht, werden wir versuchen in diesem Test ..

Summary 4.3 great
Preisleistung 3.5
Design 5
Verarbeitung/Qualität 4.3
Nutzen 3.5
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Motorola – Moto 360 – Test

Es hat eine Weile gedauert bis letztendlich die Moto 360 bei uns eingetroffen ist. Doch das Warten hat sich gelohnt.

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Über die Moto 360 obwohl es die Wenigsten bisher in den Händen halten konnten wurde viel geschrieben, leider oft viel negatives. Ob die negativen Berichte berechtigt waren oder nicht, werden wir versuchen in diesem Test auszuräumen.

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Wir schauen uns die Uhr von Außen nach innen an. Motorola macht seit der Übernahme durch Google bisher alles fast richtig. Die Verpackung der Uhr macht es bereits deutlich, hier ist alles rund. Die Designer haben bereits bei der Verpackung darauf geachtet, das der Kunde nicht mal eben was normales erwirbt, sondern etwas hochwertiges. Schlicht und elegant, wie man es sonst von einem Uhrenhersteller er          warten würde.

In der Verpackung finden wir nicht nur die Uhr, sondern etwas Literatur – wie auch ein Qi-Ladegerät. Alles ordentlich verpackt.

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Das Design der Uhr begeisterte von Anfang an, die Meisten konnten es nicht erwarten bis das Gerät endlich auf den Markt kommt. Das lag schlicht daran, das die Moto 360 die erste Uhr Smartwatch ist, die weniger nach einem klobigen etwas als nach einer Uhr aussieht. Sie ist schön rund, das runde Gehäuse ist aus Edelstahl – der Rest Kunststoff, Gorilla-Glas und Leder. Die Uhr fühlt sich tatsächlich sehr leicht an und bei 49 Gramm kann man nicht wirklich vom Gewicht sprechen. Die Uhr fühlt sich auch sehr hochwertig an und bei einem Preis von unter 250,- EUR ist es im Vergleich mit den anderen Uhren sehr günstig. Schließlich bekommt der Kunde nicht nur eine schlichte Uhr, sondern ein Designstück mit Lederarmbard und einer dazu passenden Ladestation. Das bisher nur Motorola die Idee dazu hatte ist erstaunlich, wo es den gerade bei so einem kleinen Gerät kaum Platz gibt um irgendwelche Stecker anzuschließen.

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Das Laden der Uhr gestaltet sich damit relativ einfach und ist zudem eine schöne Dekoration auf dem Büro-Schreibtisch.

Kommen wir jetzt aber zu den Besonderheiten. Bei der Uhr handelt es sich um eine Smartwatch, die neben der Zeit natürlich auch viele andere Dinge kann. Ob es bereits heute einen Sinn gibt sich sowas anzuschaffen muß letztendlich selbst für sich entscheiden, meine Zweifel sind inzwischen beinahe ausgeräumt. Die Uhr hat einen eingebauten Pulsmesser und Pedometer. Der Pulsmesser funktioniert mit Lichtimpulsen und der Pedometer misst die Schrittanzahl. Als Prozessor kommt ein 1Ghz TI Omap 3 Prozessor zum Einsatz. Es wohl nicht die neueste Technik, die auf dem Markt zu haben ist, aber bedenkt man die Entwicklungszeit und noch die recht junge Technik, so blieb es Motorola wohl nichts anderes übrig. Der Prozessor bietet genug Power um alle Funktionen der Uhr und mehr flüssig zu verarbeiten und darzustellen, Nachteil soll der höhere Stromverbrauch sein. Doch wenn eine Entwicklung begonnen wird, kann man später nicht einfach zwischendurch auf was anderes umsteigen. Auf Fotos störte mich immer wieder der unten sichtbare Balken, denn damit war die Uhr nicht so ganz komplett rund. In diesem Balken befindet sich ein Lichtsensor, mit der das Display gesteuert wird. So muß man nicht immer auf den Knopf drücken, wenn man einen Ärmel zur Seite schiebt um die Zeit abzulesen. Im normalen Betrieb fällte dieser Balken kaum noch störend auf.

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Die Uhr läuft mit Googles Betriebssystem AndroidWear was das Vorhandensein eines entsprechenden Smartphones voraussetzt. Die Uhr ohne ein Smartphone ist zwar nicht ganz blöd, aber mehr wie Schritte zählen und Pulsmesser, sowie das Anzeigen einer Uhrzeit ist nicht drin. Mit dem neusten Update ist inzwischen aber auch das Abspielen von MP3 Songs möglich. Es ist zu erwarten das noch mehr Funktionen in Zukunft dazu kommen werden, die unabhängig vom Smartphone laufen werden. Eine schöne Funktion gibt es dann aber dennoch, es ist der Timer. Im Prinzip nichts weltbewegendes, aber es ist praktisch wenn man den Timer auf 10 Minuten stellt und dann durch ein kurzes vibrieren daran erinnert wird. Ebenfalls vibriert die Uhr wenn Anrufe ankommen, bei der Navigation eine Etappe erreicht wurde oder wenn bestimmte Benachrichtigungen kommen.

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Ganz praktisch ist daher diese Uhr im Winter, wo man nicht gerade das Handy aus der Hose nehmen will, blickt man kurz auf das Display und weiß sofort wie die Mannschaft aktuell spielt, oder wer gerade anruft. So kann man sich bei manchen Anrufen den Griff in die Hosentasche sparen. Termine können ebenfalls schnell über die Uhr erstellt werden, ebenfalls die Suche bei Google funktioniert tadellos. Fragt man nach dem Alter von Merkel, erscheint sofort die passende Information dazu.

Die eMail Software von Microsoft blendet z.B. die Überschriften der letzten 20 eMails, ist was wichtiges dabei kann man mit der Uhr sofort die passende Software auf dem Smartphone starten. Ein Kurzer Blick wie die Aktien stehen, oder welche Termine noch anstehen ist ebenfalls problemlos und schnell erledigt und das ohne das Smartphone angefasst zu haben. Einfache Notizen die drauf gesprochen werden, oder SMS Senden an bestimmte Personen funktioniert ebenfalls. Hier muß man sagen nicht immer so wie man es sich vorstellt, aber mit jedem Update wird es besser. Erfreulich ist auch die Anzeige von WhatsUp Nachrichten auf der Uhr, damit beantworten kann man allerdings diese noch nicht.

Die Navigation funktioniert wirklich gut, macht aber dann auch nur Sinn, wenn man zu Fuß unterwegs ist, im Auto kann man ja schlecht ständig auf die Uhr starren, höchstens die Vibrationen können die Aufmerksamkeit verstärken sich auf ein bevorstehendes Ereignis zu konzentrieren.

Wie bereits erwähnt befinden wir uns erst am Anfang der Entwicklung, in Zukunft wird man bestimmt auch über solch eine Uhr einfach telefonieren können, oder auch wie es in Videos zu sehen ist – Türen öffnen, vielleicht auch irgendwo im Kino die vorher gebuchte Karte vorzeigen. Im Prinzip dank QR-Codes sind heute sehr viele Sachen damit bereits möglich, einzige Voraussetzungen sind die dafür passende Apps wie natürlich auch noch längere Akku-Laufzeiten.

Kommen wir jetzt zu einem der wichtigsten Kritikpunkte die immer wieder in der Presse zu lesen waren. Aktuell befindet sich die Uhr bereits seit fast 4 Tagen im Test. Gerade in einer Testphase wird die Uhr deutlich mehr beansprucht, als z.B. im täglichen Leben. Nach einem kompletten Ladevorgang und unter der Nutzung aller Funktionen wie Pulsmessung, Schrittzählung, diktieren von Befehlen, Anzeigen von Informationen hat die Strom für ca. 25 bis 28 Stunden. Hierbei ist auch die Zeit enthalten bei der die Uhr während des Schlafens einfach nur so da liegt (ca. 6 Stunden). Ist das jetzt viel oder wenig?!? Natürlich klingt das nach nicht viel, aber ganz ehrlich – wie viel Akku soll man in so eine Uhr verbauen? Ein Smartphone bei einer normalen Verwendung muß auch oft Nachts bereits an das Ladegerät. Betrachtet man beide Geräte miteinander dann ist die Akkulaufzeit durchaus ausreichend, schließlich muß man eine normale Mechanische Uhr auch öfters nachziehen. Bei der Moto 360 hat man dann auch noch den Vorteil, das es relativ schnell mit dem Laden geht. Nach ca. 1 Stunde ist die Uhr bereits geladen und das ohne Ärger mit irgendwelchen Kabeln. Ich kann damit die Kritiken zu den Akkuwerten nicht so ganz nachvollziehen, denn mehr ist offensichtlich technisch heute nicht zu erreichen.

Ebenfalls die Kritik die Uhr wirkt klobig. Das ist definitiv nicht der Fall. Sicherlich ist es keine besonders kleine Uhr, aber nicht viel größer wie jede normale Uhr und filigraner als vergleichbare Mechanikuhren.

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Das Armband ist aus echtem Leder.

Der Preis für die Uhr ist in meinen Augen mehr als gerechtfertigt. Wir bekommen für weniger als 250 EUR eine moderne optisch schöne Smartwatch mit einer induktiven Ladestation. Es gab schon auf dem Markt hippe Quarzuhren unteranderem von Swatch oder auch IceWatch die ähnlich teuer waren und längst nicht die Verarbeitung und Funktionsumfang boten wie diese Uhr.

Für di Moto 360 gibt es aktuell nur ein Konkurrenzprodukt, nämlich die runde LG G Watch R. Technisch sicherlich der Moto 360 überlegen, doch das Design wirkt deutlich billiger.

Fazit: Ich bin trotz der zahlreichen negativen Berichten sehr positiv überrascht. Ich finde bei der Uhr tatsächlich nützliche Funktionen die es überhaupt Sinn machen diese Uhr zu tragen. Das die Uhr täglich zum Laden in der Ladestation verschwinden stört mich nicht weiter, denn das funktioniert sehr einfach. Die Verarbeitung ist sehr gut, die Uhr wirkt nicht billig. Der Preis ist angemessen. Negatives gibt es nicht wirklich vieles, aktuell gibt es meiner Meinung nach nichts besseres auf dem Markt. Nach dem aktuellen Update habe ich das Gefühl, das der Pulsmesser nicht immer funktionieren will. Pixelfehler sind bisher noch nicht feststellbar, auch etwas in Bildschirm eingebranntes ist nicht zu sehen, dieses werde ich aber die nächsten Wochen beobachten.

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